Donnerstag, 14. Mai 2009

Europa-Klischees und kluge "Alte Herren"

3.30 Uhr steht das Taxi in Nikosia an der Hotelpforte, um die Reise zurück nach Deutschland anzutreten. Der Ausflug nach Zypern war gut, jetzt heißt es aber wieder: Europawahlkampf in Deutschland. Mit Zwischenstopp in Athen komme ich pünktlich nach München, um weiter nach Fürstenfeldbruck zu fahren, wo ich vor mehr als 100 Schülern der Klassen 9 bis 13 Europa erklären soll.

Europa-Klischees und aufmüpfige Jungs

Erst mal die aufmüpfigen Jungs und vermeintlichen „Rädelsführer“ unter Kontrolle bringen, dann herrscht Ruhe. Es klappt mit einigen direkten Fragen an die Schüler ganz am Anfang. Keiner will sich blamieren und ich spreche die Schüler direkt an. So geht das anderthalb Stunden und das einzige bekannte Klischee zu Europa ist die Verordnung über die Gurkenkrümmung. Ich komme in Fahrt und freue mich, dass alle Schüler zuhören, die allermeisten Schüler sogar mitmachen. Man kann auch junge Menschen gewinnen, wenn man ganz praktische Beispiele aus dem Alltag bemüht. Naja, mittlerweile habe ich da eine gewissen Routine und ich muss zugeben, es macht wirklich Spaß mit den Jüngsten.

"Alte Herren" und der Klimaschutz

Weiter nach München zum Kontrastprogramm, Vortrag vor einer Studentenverbindung, mehrheitlich vor den „alten Herren“. Was kann das Europaparlament eigentlich für deutsche Interessen tun? Warum könnten wir beim Klimaschutz insbesondere von den Briten über den Tisch gezogen werden? Bekommen wir vor einer Abstimmung die Haltung der Bundesregierung erläutert? Hohes Niveau, weil viele der „alten Herren“ Universitätsprofessoren sind oder in anderen hochrangigen Berufen aktiv waren. Die „Jungfüchse“ halten sich dezent zurück.

München ist unglaublich!

Dann zur Großversanstaltung der Liberalen in München, die im BMW-Museum stattfindet. Alles hochprofessionell: Empfang in lockerer Atmosphäre, überall hängen Plakate der bayerischen Spitzenkandidatin Nadja Hirsch, sie ist da, sieht super aus und ist gut gelaunt. Der bayerische Wissenschaftsminister Dr. Wolfgang Heubisch kommt, ich erzähle ihm, dass er aus der Professorenschaft sehr hoch gelobt wird für seine Arbeit. Leider muss ich abends noch einen Flieger nach Berlin bekommen, daher müssen wir nach dem Empfang zügig beginnen. Viel mehr Gäste als Stühle, unglaublich, die Stimmung entspricht der Anzahl der FDP-Plakate in München: Alle sind gut gelaunt. Da lasse ich mich gerne anstecken.

Ab zum Flughafen

Ich werde verkabelt, bekomme ein Kopfmikro und es geht los, mit einer Talk-Runde zu Europafragen, Andreas Keck fragt mich. Natürlich gleichen sich die Fragen: Warum geht keiner zur Europawahl, was macht ihr da eigentlich, produziert ihr nicht zu viel Bürokratie? Aber das ist im Moment mein Job, immer wieder geduldig auf diese Fragen einzugehen. Schön wär’s, wenn dabei die Atmosphäre immer so großartig wäre, wie hier in München. Nach 30 Minuten geht’s wieder zum Flughafen, der dritte Start heute, noch vor Mitternacht bin ich in Berlin.

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