Freitag, 22. Mai 2009

Woche-Rückblick seit Montag













Chatzi bei "Bionade"

Freitag, 22. Mai 2009

Immer alles im Blick

Morgens um 4.00 Uhr geht’s los Richtung Bayern. Ich fahr nicht alleine, mein Mitarbeiter Marcantonio Ripa begleitet mich auf den langen Touren, sonst würde ich das in den nächsten langen Tagen und kurzen Nächten gar nicht packen. Er behält immer eine ruhige Hand und die Zielgrade im Blick - was würde ich ohne meine tollen und vor allem engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter machen?

Vorbild Bionade: Biokraft aus der Pulle

Wir fahren in die Rhön zu Bionade. Wenn ein Unternehmen in Deutschland den anstehenden Paradigmenwechsel, die typisch deutsche Verknüpfung von Familien-Unternehmen und Innovation symbolisiert, dann Bionade. Vormals eine eher mittelprächtig erfolgreiche Brauerei; heute ein wirklich aufstrebendes Unternehmen mit atemberaubenden Wachstumszahlen.

Einfach, aber effizient: natürliche Säure für den Geschmack

Das Konzept beruht auf einer ganz einfachen Idee: Bionade ist eine Limonade, die auf bei einem Brauprozess entsteht, der am Ende durch die richtige Mikrobakterien keinen Alkohol sondern einen ganz leichten Essig produziert und mithin ein gesunde Säure. Eine Säure ist die Grundlage einer jeden Limonade, aber im Gegensatz zu allen anderen Wettbewerbern wird hier keine aggressive Säure eingesetzt, sondern eben eine natürliche. Damit ist Bionade das weltweit einzigartige alkoholfreie Erfrischungsgetränk, das durch Fermentation nach dem Brauprinzip rein biologisch hergestellt wird.

Mit Beharrlichkeit zur Bio-Marke: beeindruckend!

Das Konzept greift, spricht es doch den urbanen, veränderungsbereiten Bürger an, der genau weiß, dass der vor uns stehende Paradigmenwechsel zu einer effizienten Wirtschaft nur mit High-Tech zu schaffen ist. Ich bin begeistert und beeindruckt von der Beharrlichkeit der Inhaberin der Firma, Frau Sigrid Peter-Leipold. Zwar hatte ihr Mann Dieter Leipold die entscheidende Idee, allerdings war sie es die gemeinsam mit ihren Söhnen Peter und Stephan Kowalsky die „PS auf die Straße brachten“, auch gegen anfängliche Widerstände.

Meine Vision: Europa als "gesündester Kontinent"

Das ist eben das Besondere und Schöne an einem Wahlkampf: Man lernt unendlich viel dazu, man darf beeindruckende Menschen kennenlernen und ich freue mich, dass Frau Peter-Leipold gerne nach Brüssel kommt, um das Bionade-Konzept vorzustellen. Für mich ist es ein wichtiger Baustein der Vision, Europa zum gesündesten Kontinent zu machen.

EU-Manien und gemaßregelte Konsumenten

Anschließend treffe ich mich immer noch hier in Unterfranken mit Vorstandsmitgliedern der Südzucker-Gruppe, einem weltweit tätigen deutschen Ernährungskonzern. In unserem fast 3-stündigen Gespräch geht es um die grüne Gentechnik genauso wie um die Umstellung der Weltbürger auf andere Ernährungsgewohnheiten, um die EU-Manie, den Konsumenten den Verbrauch genau vorzuschreiben und entsprechend die Werbung scharf zu regeln. Sehr aufschlussreich, denn alle Ernährungsthemen interessieren mich sehr und werden zu einem zentralen Bestandteil meiner Arbeit in der – hoffentlich –nächsten Legislaturperiode werden.

Zaman-TV: pro-Islam und pro-europäisch

Anschließend geht es nach Offenbach zu Zaman-TV, einem türkischen Medien-Konzern, der eine interessante Mischung aus pro-Islam und gleichzeitig pro-europäisch verkörpert. Zwar ähnelt das dem Konzept der Regierung Erdogan, aber Zaman betrachtet sich als unabhängig. Ich bekomme eine hochinteressante Führung durch die Studios des Senders und erfahre, wie viel Geld hier investiert wird, um sowohl die türkische Mentalität zu bewahren aber gleichzeitig eine europäische Identität zu entwickeln.

Trotz Wahlkampf: meine Familie steht an erster Stelle

Spätabends, aber gerade noch rechtzeitig für ein spätes Abendessen, bin ich wieder zuhause. Es ist wichtig, im Wahlkampf den Kontakt zu den Kindern zu wahren, morgen fahren sie in die Pfingstferien auf einen Bauernhof in Bayern, um dort ein „Stall-Diplom“ zu machen. Leider ohne der Papa, denn der macht ja Wahlkampf.

Donnerstag, 21. Mai 2009

Mein langer Lauf zu mir selbst...

Heute ist Christi Himmelfahrt. Eine wichtige Pause im Wahlkampf, denn jetzt haben wir einige Tage am Stück aus dem Koffer und dem Auto gelebt, entsprechend sieht das dann auch aus. Morgens ist endlich mal wieder ein Langlauf auf dem Programm, hat mir gefehlt und normalerweise laufe ich mindestens 30 km pro Woche, heute also mal eine besonders lange Version: 15 km am Stück, ojeh, ich merke an meinen Knien, dass ich jetzt fast eine Woche keine längere Strecke mehr gelaufen bin.

Hängen die Plakate? Ja!

Danach Plakatpflege und Wahlkampfplanung. Die Zielgruppenbriefe müssen formuliert werden, Adressen werden zusammengestellt. Die Plakate werden nochmal abgefahren und korrigiert, höher bzw umgehängt. Letztendlich sind Plakate doch wichtiger, als wir Wahlkämpfer immer annehmen, zeigen sie doch den Mobilisierungsgrad einer Partei an. Und wir sind diesmal verglichen mit den anderen sehr gut mobilisiert. Ein gutes Zeichen.

Mittwoch, 20. Mai 2009

Politischer Quatsch

Termine in Bayern, mal wieder. Hier macht mir der Wahlkampf ja ganz besonders Freude. In Erlangen und am nächsten Tag in Nürnberg kommt es zu sehr gut besuchten Podiumsdiskussionen mit Kandidaten der anderen Parteien. Immer, wenn die Linken auf dem Podium sitzen, kommt es zu heftigen Kontroversen, da sie im Publikum gut organisiert sind und klatschen, wenn ihr Kandidat etwas sagt, selbst, wenn es letztlich populistischer Quatsch ist. Von der Militarisierung der EU ist da die Rede oder von der total neoliberalen Ausrichtung des Lissabon-Vertrages. Alles wirklicher Blödsinn aber ich muss zugeben, die Linken sind gut organisiert.

"Welpenschutz" für Bisky

Ich habe gehört, es gebe sogar einen „Dresscode“ für die Kandidaten, also klare Regeln, was sie anziehen sollen und wie sie sich verhalten.
Bei einer BBC-Runde zum deutschen Wahlkampf in Berlin – sehr frühes Aufstehen und flugtechnisches Intermezzo von Nürnberg nach Berlin und zurück – lerne ich Lothar Bisky kennen, Vorsitzender der Linken. Er ist der einzige Nicht-MdEP in der Runde, genießt daher ein wenig Welpenschutz, zumal die Diskussion auf Englisch ist.

Chatzi, der "Pullover-Rebell"

Dennoch sage ich vor der Kamera ziemlich deutlich, dass die Polarisierung seitens der Linken der Diskussion zwar gut tut, allerdings größtenteils auf Lügen aufbaut. Da ich das klar aber höflich sage, reagiert er auch höflich, ist ja auch typisch für ihn. Aber: Die Linken in Krawatte und ganz brav, während ich – völlig Wahlkämpfer – rebellisch mit Pulli hier sitze.

Zurück zu www.chatzi.de

0 Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Leser

 
#