Freitag, 5. Juni 2009

Keine Blechlawine in Tünsdorf!

4. Mai 2009

Der alte Dialekt


Heute wieder im Ruhrgebiet. Ich merke, wie ich gleich in meinen alten Dialekt falle. Um 12 h 30 Einweihung der neuen Geschäftsstelle der FDP Fraktion im Rat der Stadt Dorsten und des FDP Stadtverbandes. Reden über schwarzgelbe Optionen und über unsere FDP-Eigenständigkeit. Die Stimmung ist sehr herzlich und humorvoll.

Als Bernard Dietz noch bolzte

Später dann zu Besuch in der Brauerei Diebels in Issum. Werde ganz stark an meine Jugend erinnert. Mein Lieblingsverein MSV Duisburg trat früher im Diebels-Trikot an, klar, dass ich meinem großen Vorbild Bernard Dietz, der von 1970 bis 1982 Abwehrspieler beim MSV war, natürlich nacheiferte und auch mit Diebels-T-Shirt bolzte.

„Ampel“-Spiele

Ich diskutiere bei Diebels mit Kai Falk, dem Director Corporate Affairs von InBev über die „Lebensmittelampel.“ Inbev ist in Deutschland das zweitgrößte Brauunternehmen und betreibt die Marke Diebels. Bei der „Lebensmittelampel“ geht es darum, dass eine neue Kennzeichnung den Verbraucher auf der Lebensmittelverpackung über die wichtigsten Nährwerte informiert. Dabei stehen Rot, Gelb und Grün für einen hohen, mittleren oder niedrigen Anteil an Zucker, Salz oder Fett.

Bürger sollen selbst entscheiden

Sollte das System auf Bier und seine Werbung angewendet werden, könnten viele Brauer nicht mehr werben und einige Absatzeinbußen erleiden. So wichtig eine gesunde Ernährung ist: Ich lehne diese Art von Bevormundung strikt ab. Besser als neue Systeme einzuführen, die der Wirtschaft schaden, sollte der Bürger produktneutral für die Wichtigkeit einer gesunden Ernährung sensibilisiert werden und dann selber seine entsprechende Entscheidung treffen.

Wahlkampf in Duisburg

Nachmittags bin ich in Duisburg: Wahlkampf in meiner alten Heimatstadt. Hier war ich vier Jahre lang Kreisvorsitzender, kenne jedes Gesicht. Freue mich besonders Herrn Michael zu treffen, ein Herr von 88 Jahren, der länger Mitglied in der FDP ist als Genscher. Ich treffe auch meine Schwester und meine 62-jährige Mutter. Trotz Riesenstress und Termindruck nehme ich mir die Zeit, mich mit ihnen in ein Café zu setzen. Wahlkampf hin oder her: die Familie ist das Wichtigste für mich. Meine 26-jährige, jüngste Schwester hat gerade ihr Diplom in Sozialwissenschaft gemacht. Ich bin stolz auf sie!

Mettlach/Tünsdorf: LKW-Invasion beenden

Abends dann ein ernstes Anliegen: In Tünsdorf protestieren Bürger dagegen, dass ihr Dorf, ebenso wie andere in der Region, täglich von einer LKW-Blechlawine überrollt werden. Der Pellinger Tunnel ist zurzeit aus „Sicherheitsgründen“ nur eingeschränkt befahrbar. Grund ist, dass er technisch saniert bzw. umgerüstet werden muss. Ich sitze mit Vertretern des ADAC, der Behörden und Peter Altmaier, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister des Innern auf dem Podium.

Volles Verständnis für die Bürger!

Ich habe volles Verständnis für die Sorgen der Bürger. Hier geht es um eine massive Ruhestörung, Belastung durch Abgase und Feinstaub sowie Gefährdung auch von spielenden Kindern. Ein starkes Argument: gerade in Dörfern sind Kinder gewohnt, viel draußen zu spielen, weil hier jeder jeden kennt und Autos vorsichtig fahren. Und jetzt rollt den ganzen Tag die „Brummi-Invasion!“ Ich fordere, dass diese Blechlawine sofort weiträumig umgeleitet werden muss, die Leute klatschen. Die Stimmung ist geladen, die Anwohner kochen vor Wut. Dabei geht es auch in anders: In Frankreich muss der Verkehr großräumige Umwege nehmen, wenn Straßen oder Tunnel gesperrt. Und zwar weit weg von Dörfern. Das sollten wir auch hinbekommen!

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